Sucht: Herausforderung für alle Beteiligten

Verändert sich das Verhalten Ihres Kindes oder Partners so, dass Sie sie nicht wieder kennen? Das ist ein Warnzeichen: Sucht kann die Ursache sein. Worauf kommt es jetzt an? Betroffene und Beteiligte sollten sich unverzüglich beraten lassen.

Zentrale Anlaufstelle ist der Arbeitskreis Sucht Bad Tölz-Wolfratshausen, der Prävention, Suchtberatung und Suchthilfe koordiniert und unterstützt. Im Suchtarbeitskreis sind die stationären und ambulanten Einrichtungen zur Versorgung von suchtkranken und von Sucht bedrohten sowie Selbsthilfegruppen wie z.B. die Anonymen Alkoholiker vertreten. Außerdem sind in dem Arbeitskreis Fachkräfte aus der Prävention und Lehrkräfte engagiert.

Grundsätzlich gilt: Sucht als anerkannte Krankheit hat immer zwei Seiten, egal ob es sich um Alkoholmissbrauch, Rauschgift oder Essstörungen handelt: Die körperliche und die psychische Abhängigkeit. Die körperliche Abhängigkeit kann in der Regel durch einen oft durch Medikamente gestützten Entzug relativ schnell abgebaut werden. Die psychische Abhängigkeit stellt das schwierigere und langwierigere Problem dar. Denn der abhängige Mensch hat über längere Zeit unter dem Einfluss eines Suchtmittels gestanden. Er hat seine Verantwortung gegenüber sich selbst und seiner Umwelt an das Suchtmittel abgegeben.

Das Zusammenspiel von körperlicher und psychischer Abhängigkeit lässt sich am Beispiel der Wirkung von Heroin und seinem Teufelskreis darstellen: Heroin löst im Körper zunächst eine Entspannung aus, die als wohliges Glücksgefühl der Ruhe und Zufriedenheit beschrieben wird. Dieser Zustand dämpft alle anderen, auch negativen Gefühle wie Schmerzen, Hunger, Kälte, Verstimmungen. Das führt dazu, dass Abhängige eher wieder zum Heroin greifen als zum Beispiel zum Arzt zu gehen, zu essen oder gegen Verstimmungen anzugehen. Sie vernachlässigen so ihr körperliches und psychisches Empfinden, bis sich ihre Realität fast ausschließlich um die Droge dreht.

Da der Körper in zunehmendem Maß die Substanz "toleriert", benötigt er immer größere Mengen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Dieser Druck ist so stark, dass Abhängige ihr Leben letztlich nur noch an der Beschaffung des Stoffs ausrichten. Beinahe zwangsläufig geraten sie in die so genannte "Beschaffungskriminalität" und belügen und betrügen meist sich selbst und ihre Umwelt.

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