Gewollte Kinderlosigkeit

Im 21. Jahrhundert ist die Entscheidung für ein Leben ohne Kinder zu einer gesellschaftlichen Realität geworden. Immer mehr Frauen und Männer entscheiden sich bewusst dafür, keine Kinder zu bekommen.

 

Warum wird von allen Menschen selbstverständlich erwartet, dass sie sich fortpflanzen? Warum wird immer so ein Wirbel gemacht um jedes neugeborene Baby? Und warum müssen sich vor allem Frauen, die keine eigenen Kinder wollen, ständig fragen lassen: Und was ist mit dir? Klappt es nicht oder hast du keine Lust?

Das ist eine zutiefst private, intime Frage, die außer den Betroffenen niemanden etwas angeht. Es gibt viele Gründe, keine Kinder zu haben: fehlender Partner beziehungsweise fehlende Partnerin, Krankheiten, Alter, Karriereplanung. Oder schlicht ein Lebensentwurf, der sich nicht an Kindern orientiert.


Laut Statistischem Bundesamt waren 2009 rund 39 Prozent aller Frauen zwischen 31 und 35 Jahren kinderlos. Allerdings wollen nur 8 Prozent von ihnen kinderlos bleiben, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Allensbach herausfand. Warum klafft zwischen gewünschter und gelebter Realität eine solch große Lücke? Die Antwort ist schnell gegeben: In Deutschland ist es immer noch schwer, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren.

Es fehlen Krippen, Kitas und Schulhorte. Und wenn es sie gibt, scheitern Eltern vielerorts an den ungünstigen Öffnungszeiten. Zu wenig Chefs lassen kreative Arbeitsbedingungen für Eltern zu. Es mangelt an Teilzeitstellen für Männer und an Führungspositionen für Mütter. Statt dessen gibt es das Ehegattensplitting, vom dem eine Partnerschaftsform besonders stark profitiert: nämlich die des männlichen, kinderlosen Alleinverdieners, dessen Gattin Hausfrau ist.

Letztlich bleibt ein Leben ohne Kinder die Entscheidung jedes einzelnen/jeder einzelnen, die von der Umgebung nicht in Frage gestellt werden sollte. Denn in der Regel geht der eigenen Lebensplanung ein Denk- und Erfahrungsprozess voraus, der zu dem Ergebnis führt entweder mit oder eben auch ohne Kinder zu leben.

 

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