Ausreißen/Weglaufen

Wenn Kinder oder Jugendliche ausreißen, ist das für sie oft der letzte Weg, sie laufen nicht ohne Grund weg. Häusliche Gewalt, Streit, eine Trennung der Eltern oder vermeintliches Versagen in der Schule können Gründe dafür sein, dass sich Kinder und Jugendliche dafür entscheiden, von zu Hause wegzulaufen. Aber auch andere Themen, die den Eltern vielleicht unbedeutend erscheinen, können eine solche - meist kurzfristige - Entscheidung veranlassen.

Wenn Sie befürchten, dass Ihr Kind weggelaufen ist, empfiehlt es sich zunächst, bei Freunden und Freundinnen nachzufragen, ob diese etwas wissen. Sollte sich dadurch nicht klären lassen, wo sich Ihr Kind aufhält, ist es ratsam, bei der Polizei eine Vermisstenmeldung aufzugeben.

Kinder und Jugendliche, die von zu Hause weggelaufen sind, kehren in den meisten Fällen bald wieder zurück. Hauptgründe dafür sind der Wunsch, Freundschaften mit Gleichaltrigen aufrecht zu erhalten, die Schule weiter zu besuchen oder die Suche nach Unterstützung durch die Eltern. Nach der Rückkehr ist es wichtig, dem/der Jugendlichen keine Vorwürfe zu machen, sondern sich gemeinsam an die Lösung der Probleme zu machen, die zum Weglaufen geführt haben.

Dazu stehen auch Beratungsstellen im Landkreis zur Verfügung, dort lassen sich Fragen klären, wie etwa: wie können die Konflikte zuhause konstruktiv geklärt werden? Welche ambulanten Hilfen gibt es? Welche Reaktionen sind in der Pubertät normal und gehören zur Ablösephase und wo sollten sich Eltern Sorgen machen? Wo ist eine weitere Diagnostik sinnvoll?

Wenn Kinder und Jugendliche auf Grund massiver Konflikte Zuhause nicht mehr dorthin zurückkehren wollen, können sie sich beim Sozialen Dienst beraten lassen. Mögliche Hilfen zuhause werden miteinander überlegt.

Sollte eine Rückkehr in die Familie nicht als sinnvoll erscheinen, können Kinder und Jugendliche notfalls vorübergehend in einer Einrichtung oder einer Bereitschaftspflegefamilie untergebracht werden. Der Soziale Dienst klärt dann mit den Eltern und Kinder/Jugendlichen das weitere Vorgehen ab. Ist z.B.: eine mittelfristige Unterbringung außerhalb des Elternhauses erforderlich, oder kann nach einer gewissen Zeit (bis zu 6 Wochen) eine geplante Rückführung in die Familie erfolgen. Danach wird die Familie häufig durch eine ambulante Hilfe unterstützt (Erziehungsbeistandschaft, Sozialpädagogische Familienhilfe).

Informationen und Unterstützung erhalten Eltern, Kinder und Jugendliche beim Sozialen Dienst des Amtes für Jugend und Familie und der ökumenischen Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche.

 

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